Der Wahlkampf und die Wildplakatierer
- 4. Juni
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In wenigen Wochen ist der Spuk vorbei: Die Unmengen an Blachen, Plakaten und anderem Werbematerial mit Gesichtern darauf verschwinden wieder. Über die Nachhaltigkeit dieses Spiels kann man lange diskutieren. Doch es gibt noch einen anderen Punkt, der nicht aus den Augen verloren gehen sollte und vermutlich bei manchen Vereinen für Stirnrunzeln sorgt.
Über Wahlkampfkosten lässt sich wunderbar streiten. Präsenz auf allen Kanälen ist sicher wichtig. Gleichzeitig kann sich eine Überpräsenz auch negativ auf das Wahlergebnis auswirken. Fakt ist: Wer nicht gesehen wird, wird auch nicht gewählt. Deshalb machen alle Parteien bei diesem Spiel mit.
Es ist schön zu sehen, dass sich viele Menschen in der Region für Politik interessieren und gleich die passenden Empfehlungen mit grossen Plakaten mitliefern. Gleichzeitig bemerke ich, dass dies auf viele Menschen, die sich weniger für Politik interessieren, eher abschreckend wirkt.
Was ich mich bei den zahlreichen Wildplakatieraktionen frage: Gelten in diesem Bereich für alle die gleichen Regeln? Ich erinnere mich daran, dass die Musikgesellschaft Jenaz vor vielen Jahren einen Banner an der Hauptstrasse wieder entfernen musste, weil er laut Polizei zu stark ablenkte. Auch weiss ich, dass kulturelle Institutionen viel Geld in die Hand nehmen, um offizielle Werbeflächen an gut frequentierten Standorten zu mieten.
Ist es für Polizei und Astra in Ordnung, weil alle Parteien gleich vorgehen? Und vor allem: Hätte es Konsequenzen, wenn Private oder Vereine dasselbe machen würden?
Abschliessend finde ich spannend, dass alle ständig von Digitalisierung sprechen, im Wahlkampf aber wieder plakatieren, als wären wir in den tiefsten Neunzigerjahren. Das ist schon speziell. Es zeigt aber auch, dass die Menschen offenbar wieder etwas Haptisches wollen und nicht alles ins Internet verlagert werden kann.



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