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Neues für den Giftschrank

  • 5. Mai
  • 1 Min. Lesezeit

Na toll. Das war bereits der zweite druckreife Artikel in diesem Jahr, den ich entsorgen musste. Wieder wurde ich missverstanden, und ein Gespräch unter Freunden war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. In solchen Momenten fällt es schwer, sich von Neuem zu motivieren und die nächste gute Geschichte zu suchen. Ein Journalist verbindet immer auch viel Herzblut mit seinen Texten.

An besonders erfolgreiche Artikel erinnere ich mich selten. Die gescheiterten hingegen kann ich jederzeit aufzählen. Eine brisante Geschichte über Kühe liess ich fallen, da sie Unruhe gestiftet hätte. Auch ein Text über das Gesundheitswesen blieb unveröffentlicht, weil er eher Streit als Zusammenarbeit gefördert hätte. In solchen Fällen verzichte ich bewusst. Ich sehe mich als Beobachter des Zeitgeists, nicht als Auslöser von Konflikten.

Anders verhält es sich bei den zwei jüngsten Geschichten im Giftschrank. Hier lag das Problem bei der Kommunikation. Einmal formulierte ich meine Publikationsabsichten unklar. Ein anderes Mal wurde intern nicht abgeklärt, ob ein Interview überhaupt erlaubt war.

Wenn ich diese umfangreichen Texte heute lese, ärgere ich mich über den Aufwand und die geringe Reichweite. Gleichzeitig zeigt sich eine zentrale Erkenntnis. Aus Fehlschlägen lernt man mehr als aus Erfolgen. Hätte ich die Texte publiziert, wären sie wohl rasch in Vergessenheit geraten. So aber wurde mir bewusst, wie wichtig klare Absprachen im Vorfeld sind.

Auch wenn die Absichten gut waren, hätte eine frühzeitige Klärung viel Zeit gespart. Dennoch bleibt die Überzeugung, dass kein Text vergebens ist. Vielleicht finden diese Geschichten eines Tages doch noch ihren Platz.

 
 
 

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