Ein Lichtblick im Milliardenzirkus
- 8. Juli
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Neben den politischen Verstrickungen der Fifa ist an der diesjährigen Fussballweltmeisterschaft auch der Glaube vieler Spieler immer wieder ein Thema. Während gewisse Medien bei Spielern wie Ruben Vargas bereits von Missionierung sprechen, geht dabei oft vergessen, wie viel Kraft und Halt der Glaube vielen Menschen schenkt. Gerade in den unsicheren Zeiten, die wir derzeit erleben, scheint er wichtiger denn je.
Dass sich Fussballer bei einer Einwechslung bekreuzigen, kennt man schon länger. Dass sie nach Erfolgen gemeinsam beten oder beim Torjubel ein Kreuz zeigen, fällt hingegen erst seit einiger Zeit vermehrt auf. In einer Zeit, in der allein im Kanton Graubünden mehr als ein Drittel der Menschen konfessionslos ist, empfinde ich es als erfrischend, dass junge Menschen den Weg zu Gott gefunden haben und sich auch öffentlich zu ihrem Glauben bekennen. Es ist fast ein Lichtblick in einer Maschinerie, die von Kommerzialisierung und Korruption geprägt ist.
Dass Spieler wie Ruben Vargas inzwischen auch Kleidung mit religiösen Symbolen verkaufen, hinterlässt zwar einen gewissen Beigeschmack. Doch wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Ich persönlich empfinde es als berührend, wenn christliche Werte sichtbar gelebt werden und vielleicht auch junge Menschen dazu inspirieren, Gemeinschaft, Nächstenliebe und Zusammenhalt anzustreben.
Gott ist in allem
Dass der Glaube längst nicht abgeschrieben ist und selbst in einer Zeit des Überflusses und der sogenannten Wohlstandsverwahrlosung Orientierung und Tiefe schenken kann, habe ich in diesem Jahr mehrfach erlebt. Gerade einschneidende Erfahrungen wie Todesfälle im nahen Umfeld bringen einen dazu, die wirklich grundlegenden Fragen des Lebens neu zu stellen.
Ich erinnere mich auch an einen Anruf kurz nach Auffahrt. Eine Leserin sprach mich auf die Bilder des Auffahrtsgottesdienstes an, die wir nicht so prominent veröffentlicht hatten, wie es vielleicht möglich gewesen wäre. Etwas resigniert meinte sie, der Glaube habe heute kaum noch einen Stellenwert. Und sie gab zu bedenken, dass eben nicht jeder Spitzensportler oder Politiker werden könne.
Ich musste ihr teilweise recht geben. Tatsächlich berichten wir oft über die Erfolgreichen und schenken ihnen viel Aufmerksamkeit. Humanitäre Arbeit oder Menschen, die sich im Dienst Gottes engagieren, hätten diesen Platz jedoch ebenso verdient. Bei all den Wundern, die es auf dieser Welt gibt, sollten wir uns häufiger darauf besinnen, was im Leben wirklich zählt.
Denn das Göttliche steckt in allem. Mehr Geld bringt oft auch mehr Sorgen. Mehr Liebe hingegen schafft Raum für Hoffnung, Zusammenhalt und vieles Gute. Deshalb begrüsse ich die öffentlichen Glaubensbekenntnisse der Fussballer. Sie zeigen, dass wir nicht zwangsläufig auf eine gottlose Zukunft voller Egoismus und Hass zusteuern. Viele junge Menschen wissen längst, dass Gemeinschaft stärker macht und sie leben es uns vor.



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